Die große Carl Schuster-Orgel

Die große Carl Schuster-Orgel aus dem Jahr 1954 mit 59 Registern

Die Rückseite des Kirchenraumes von St. Joseph wird beherrscht vom Prospekt einer mächtigen Orgel. Das Instrument wurde im Jahr 1954 erbaut und stammt aus der Werkstatt der Münchner Orgelbaufirma Carl Schuster & Sohn. Sie ist eines der letzten ihrer Art in München.
 Die Orgel wurde zu einer Zeit gebaut, in der die elektropneumatische Trakturbauweise als sehr fortschrittlich angesehen wurde. Dieses System bedingt allerdings einen erheblich größeren Pflegeaufwand als eine mechanische Orgel. So muss beinahe 20 Jahre nach der letzten Sanierung wieder eine umfassende Reparatur und Überholung geplant werden. Außerdem soll das Instrument fertiggestellt werden, denn einige Registerplätze sind immer noch frei, die entsprechenden Pfeifen nie gebaut worden.

 

Im Prospekt der Orgel befinden sich ausschließlich Prinzipalpfeifen aus Zink, die dem Hauptwerk und dem Pedalwerk zuzuordnen sind. Schmale Bildtafeln untergliedern die breite Front. Der Münchner Maler F.X. Braunmiller zeigt hier Szenen aus der Apokalypse des Johannes.
 Die Orgel funktioniert nach dem elektropneumatischen System und wird über einen seitlich stehenden Spieltisch, der mit drei Manualen und Pedal ausgestattet ist, vom Organisten gespielt. 
Die Verbindung zwischen Taste am Spieltisch und dem im Inneren der Orgel stehenden Pfeifenwerk wird elektrisch hergestellt, die letzte Windgebung zur einzelnen Pfeife erfolgt per Luftdruckmechanik. Diese Technik ist dringend reparaturbedürftig. Mehr als 3000 Ledermembranen, Tonkegel und Tonmagnete müssen erneuert bzw. neu reguliert werden. Außerdem muss die Windversorgung überholt und ein Teil der Bälge neu beledert werden.

 

Das Instrument besitzt 59 klingende Register und hat insgesamt 4370 Pfeifen, davon 594 Zungenpfeifen wie Trompeten, Schalmeien oder Posaunen und 330 Holzpfeifen. Die größte Pfeife ist 7,50 m lang und wiegt ca. 120 kg. Die kleinste Pfeife hat eine Körperlänge von 0,5 cm.

Disposition

Manual I C-g´´´
1568 Pfeifen

Prinzipal 16‘ 

Quintadena 16‘ 

Praestant 8‘ 

Prinzipal 8‘ 

Rohrgedackt 8‘ 

Gemshorn 8‘ 

Oktave I 4‘ 

Oktave II 4‘ 

Querflöte 4‘ 

Nasat 2 2/3‘ 

Oktave 2‘ 

Kornett 8‘ 

Mixtur major 2‘ 

Mixtur minor 1/2‘ 

Trompete 16‘ 

Trompete 8‘ 

Trompete 4‘

Manual II C-g´´´
952 Pfeifen

Holzprinzipal 8‘ 

Gedackt 8‘ 

Violflöte 8 

Ital. Prinzipal 4‘ 

Koppelflöte 4‘ 

Quintadena 4‘ 

Sifflöte 2‘ 

Kleinquinte 1 1/3‘ 

Schweizerpfeife 1‘ 

Scharf 1‘ 

Terzzimbel 1/5‘ 

Rankett 16‘ 

Krummhorn 8‘ 

 

Manual III C-g´´´
1400 Pfeifen

Gedackt 16‘ 

Metallprincipal 8‘ 

Dulzgedackt 8‘ 

Weidenpfeife 8‘ 

Voix céleste 8‘ 

Oktave 4‘ 

Rohrflöte 4‘ 

Spitzgamba 4‘ 

Quinte 2 2/3‘ 

Nachthorn 2‘ 

Terz 4/5‘ 

Prinzipalmixtur 4‘ 

Scharfzimbel 1/2‘ 

Dulcian 16‘ 

Helle Trompete 8‘ 

Oboe 8‘ 

Rohrschalmei 4‘ 

Tremulant

Pedal C-f´
450 Pfeifen

Prinzipalbass 16'

Subbass 16'

Gemshornbass 16'

Oktavbass 8'

Rohrflöte 8'

Quinte 5 1/3'

Choralbass 4'

Bauernpfeife 2'

Pedalmixtur 4'

Rankett 16' (Tr. II)

Trompete 8'

Clarine 4'

Zink 2'

 

Koppeln
III/II  III/I  II/I  III/P  II/P  I/P

Walze

Elektronische, Laptop-gesteuerte Setzeranlage (2009) der Fa. fionic GmbH, München
www.setzeranlage.de

Die Steinmeyer-Chororgel

Im Altarraum der Kirche St. Joseph befindet sich zusätzlich eine Chororgel der Firma Steinmeyer aus dem Jahr 1964. Das Instrument ist eine mechanische Schleifladenorgel mit sechs klingenden Registern und hat ein Manual und Pedal.
Die Orgel wurde im Januar 2017 einer grundlegenden Reinigung, Neuintonation und Generalstimmung unterzogen.

 

Disposition

Gedackt 8‘ 

Prinzipal 4‘

Rohrflöte 4‘ 

Oktav 2‘

Scharf 2-3 fach

Subbass 16‘